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MERKBLATT für ELTERN

Abgabe von Kaliumjodidtabletten nach Kernkraftwerksunfällen

Warum sollen Kaliumjodidtabletten eingenommen werden?

Bei einem Kernkraftwerksunfall können radioaktive Stoffe, unter anderem auch radioaktives Jod, freigesetzt werden.

Das radioaktive Jod kann mit dem Wind über weite Strecken verbreitet werden und mit der Atemluft in den Körper gelangen. Dort kann es in der Schilddrüse gespeichert werden. Durch die Strahlenbelastung der Schilddrüse kann nach einigen Jahren gehäuft Schilddrüsenkrebs entstehen, wobei die Wahrscheinlichkeit des Auftretens bei Kindern mindestens doppelt so hoch ist wie bei Erwachsenen. Durch rechtzeitiges Einnehmen von Kaliumjodidtabletten kann die Speicherung von radioaktivem Jod in der Schilddrüse verhindert werden. Die Tabletten bieten jedoch keinen Schutz gegen andere radioaktive Stoffe oder gegen Strahlung von außen.

Wann sollen Kaliumjodidtabletten eingenommen werden?

Die Tabletten dürfen im Katastrophenfall nur nach Anordnung durch die Behörden eingenommen bzw. verabreicht werden.

Folgende Vorgangsweise ist vorgesehen:

WARNUNG durch SIRENE oder LAUTSPRECHERWAGEN

RADIO / TV einschalten

Nur nach BEHÖRDLICHER AUFFORDERUNG KALIUMJODIDTABLETTEN an die

KINDER und JUGENDLICHEN austeilen.

Weitere BEHÖRDLICHE VERHALTENSMASSREGELN ABWARTEN bzw. BEFOLGEN

Die Aufforderung kann auch während der Schulzeit erfolgen.

In diesem Fall ist die rasche Verabreichung der ersten Tagesdosis bereits in der Schule für den Schutz Ihres Kindes wichtig. Aus diesem Grunde wird in der Schule die erste Tagesdosis Kaliumjodid für Ihr Kind bereitgehalten. Für Internatsschüler liegt eine komplette Einzelpackung zu 6 Tabletten auf.

Für die Abgabe der Kaliumjodidtabletten im Schul- bzw. Internatsbereich ist das Vorliegen Ihres Einverständnisses erforderlich.

Wer soll Kaliumjodidtabletten einnehmen?

In erster Linie die besonders gefährdeten Zielgruppen, wie Kinder und Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr. Bei stärkerer Belastung mit radioaktivem Jod ist die Tabletteneinnahme auch für 17 - 45-jährige Jugendliche und Erwachsene empfohlen. Schwangere und stillende Frauen erhalten Kaliumjodidtabletten bei stärkerer Strahlenbelastung ebenfalls im Rahmen der öffentlichen Bevorratung. Personen ab 46 Jahren wird von der Einnahme der Tabletten wegen der Gefahr schwerer Nebenwirkungen abgeraten.

Wie werden die Tabletten dosiert bzw. eingenommen (Tagesdosis)?

Die Tabletten bzw. Tablettenteile werden zerdrückt und mit viel Flüssigkeit eventuell nach einer kleinen Mahlzeit eingenommen.

Altersgruppe                                                                                               Tagesdosis

Geburt bis unter 1 Monat                                                                              1/4 Tablette

1 Monat bis unter 3 Jahre                                                                             1/2 Tablette

3 Jahre bis unter 13 Jahre                                                                               1 Tablette

ab 13 Jahren, Erwachsene bis 45 Jahre                                                            2 Tabletten

Schwangere und Stillende (max. 2 Tagesdosen)                                               2 Tabletten

Ärztliche Kontrollen nach der Einnahme sind erforderlich bei Kindern im 1. Lebensmonat, bei Schwangeren und Stillenden.

Wie sollen die Tabletten gelagert werden?

Die Tabletten müssen in der Packung verschlossen und vor Licht und Feuchtigkeit geschützt bei Raumtemperatur aufbewahrt werden. Die Lagerung in der Hausapotheke wird empfohlen

Wer darf keine Tabletten einnehmen?

Unverträglichkeiten und Gegenanzeigen:

Personen mit Jodüberempflindlichkeit

Personen, die an folgenden seltenen Erkrankungen leiden:

Dermatitis herpetiformis ...............................................................   seltene Hauterkrankung

Jododerma tuberosum .................................................................    seltene Hauterkrankung

Pemphigus vulgaris ......................................................................   seltene Hauterkrankung

Myotonia congenita .....................................................................    seltene Muskelerkrankung

Hypokomplementämische Vaskulitis ...............................................   seltene Gefäßerkrankung

Im Zweifelsfall halten Sie bitte Rücksprache mit dem/der Hausarzt/ärztin. Sollte eine dieser Krankheiten oder Unverträglichkeiten bei Ihrem Kind festgestellt werden, melden Sie dies bitte der Direktion der Schule oder des Internates.

Nebenwirkungen:

Nebenwirkungen kommen bei vorschriftsmäßiger Einnahme selten vor.

Folgende Nebenwirkungen können vorkommen:

metallischer Geschmack

Erbrechen

Durchfall

Magenbeschwerden

Hautausschläge

Ruhelosigkeit

Herzklopfen

Bei Auftreten von Nebenwirkungen muß ärztlicher Rat eingeholt werden.