LMS | WebMail | PHOnline | Impressum
headerBild
headerBild
headerBild
Logo Oekolog
Jugendcoaching
Ranger Zertifikationsausbildung
Bodentage 2018

 Projekt "Schulhausroman"
Titel „Niedlich, aber tödlich. Das Regenbogenschaf“

LR Schwarz: Förderung des kreativen Schreibens bei Schülerinnen und Schülern

Die Personen v. l.: Katharina Stiefelbauer (LFS Gießhübl), Lukas Stängl (LFS Warth), Geschäftsführer Michael Stiller (Literaturhaus NÖ), Bildungs-Landesrätin Barbara Schwarz, Lukas Riedl (LFS Edelhof) und Elisabeth Andrae (LFS Hollabrunn). Foto Copyright: Jürgen Mück

Auf Initiative von Bildungslandesrätin Barbara Schwarz startete dieses Schuljahr an den Landwirtschaftlichen Fachschulen (LFS) Edelhof, Zwettl, Gießhübl, Hollabrunn und Warth das Projekt „Schulhausroman“. Bei dieser Literatur-Initiative verfassten die Schülerinnen und Schüler unter Anleitung erfahrener Autorinnen und Autoren einen Roman.

Bei der gestrigen Abschlussveranstaltung im Panoramasaal der Hypo in St. Pölten präsentierten die Schülerinnen und Schüler bei einer Lesung stolz die vier druckfrischen „Schulhausromane“ der Öffentlichkeit. „Das Projekt ‚Schulhausroman‘ läuft bereits seit über zehn Jahren erfolgreich an den Schulen in Niederösterreich. Dabei wird das kreative Schreiben der Schülerinnen und Schüler gefördert und gleichzeitig werden die Berührungsängste gegenüber der eigenen sprachlichen Kompetenz abgebaut“, betont Landesrätin Schwarz. „Die Durchführung der Initiative erfolgt in Zusammenarbeit mit dem NÖ Literaturhaus, das an den Schulen für die Umsetzung und die fachliche Expertise sorgt. Den jungen Schriftstellerinnen und Schriftstellern waren renommierte Literaten wie Rosemarie Poiarkov, Magda Woitzuck, Christoph W. Bauer und Christian Futscher zur Seite gestellt“, so Schwarz.

„Die Arbeit an einem Schulhausroman besteht aus drei Teilen. Zuerst kommt der Autor bzw. die Autorin an die Schule und schreibt mit den Schülern einen Roman. Dann wird das Buch gedruckt und anschließend auf einer Bühne präsentiert“, erklärt Geschäftsführer Michael Stiller vom Literaturhaus NÖ. Sechs Doppelstunden dauerte die Arbeit an dem Buch, wobei die Schüler selbst entscheiden konnten, wie sich die Handlung entwickelt. Die Jugendlichen können dabei ihren Gedanken freien Lauf lassen und eigene Romanfiguren kreieren.

Vier spannende Romane wurden verfasst An der Fachschule Hollabrunn arbeitete Autorin Rosemarie Poiarkov mit den Schülerinnen und Schülern an einer Geschichte rund ums Dorfleben mit einem Hauch Fantasy. Im Roman „Bauer sucht Horrorclown“ ist von einem Landwirt mit einem Faible für Wein und Paintball die Rede, der womöglich eine Auseinandersetzung zwischen den Anhängern der führenden Traktoren Marken anstachelt. Gemeinsam mit Jugendlichen der Fachschule Zwettl und Edelhof entwickelte Autorin Magda Woitzuck eine Abenteuergeschichte mit dem Titel „Niedlich, aber tödlich. Das Regenbogenschaf“. Vier Kinder übernachten alleine im Internat, die Schule versinkt im Schneetreiben, ein Menschen fressendes Regenbogenschaf tritt auf den Plan, und die Geschichte steuert auf eine Katastrophe zu. An der Fachschule Gießhübl unterstützte Autor Christoph W. Bauer die Arbeit an dem Krimi „Der Bunker, der Krampus und ich“. Dabei tauchen erste Figuren auf: Opfer, Täter, Zeugen, eine Kommissarin und ein Kommissar – und ganz wichtig: Der Krampus muss auch dabei sein. Er heizt die Fantasie an. An der Fachschule Warth arbeitete Autor Christian Futscher an einer Geschichte über die Begegnung von Stadtmenschen mit einer Bauernfamilie. Im Roman „In und unter Entersbach“ kommt eine alte Sage über ein unterirdisches Dorf ins Spiel, der Bauernsohn bekommt Albträume, Menschen verschwinden und am Ende passiert ein Mord. Im nächsten Schuljahr ist eine Fortsetzung der Initiative „Schulhausroman“ an den Landwirtschaftsschulen geplant.

Was ist ein Schulhausroman? Der Ansatz des Projektes besteht darin, Schülerinnen und Schüler anzuleiten, aktiv in der Gruppe eine Geschichte zu konstruieren: Eigene literarische Figuren und einen Plot zu entwerfen, der die Möglichkeit bietet, ihre Lebenssituation, Schwierigkeiten, Hoffnungen und Träume zu thematisieren und in die Form eines Romans zu bringen. Die Arbeit am „Schulhausroman“ fördert die Fantasie und den Abbau von sprachlichen Blockaden; Rechtschreibung und Benotung bleiben in der kreativen Arbeit außen vor. Damit erhalten auch tendenziell lernschwache bzw. sprachlich gehemmte Jugendlichen die Chance, sich aktiv an der Entstehung einer Geschichte zu beteiligen und am Ende ein Erfolgserlebnis zu verbuchen.

Ursprünglich wurde das Projekt „Schulhausroman“ im Jahr 2005 vom Schweizer Autor Richard Reich entwickelt. Auf Initiative des Literaturhauses NÖ gibt es diese spannende Literatur-Initiative seit 2009 auch an Schulen in Niederösterreich. Insgesamt wurden bereits 33 Schulhausromane von rund 600 Jugendlichen mit 20 österreichischen Autorinnen und Autoren geschrieben, gedruckt und öffentlich präsentiert. Internet: www.schulhausroman.at (Schluss)